AH - Maibaum Tinning Mai 2016

Gefällt, gestohlen, geschmückt, wiedergebracht, ausgelöst und aufgestellt:

Die Sache mit dem Maibaum in Tinning lief wie am Schnürchen. Am Christi-Himmelfahrtstag wurde das 14 Meter lange Wahrzeichen Tinnings vom ganzen Dorf gefeiert. Dabei standen die Gemeinschaft und die Tradition und nicht etwa ein kollektives Besäufnis im Vordergrund.

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Binder Vorbereitung              Bilder Aufstellung

Die „Attraktiven Herren“ des Sportvereins Oberfeldkirchen (SVO) hatten das Traditionsstangerl gestohlen. Am Donnerstag brachten sie den Baum mit handgebundenen Girlanden geschmückt auf dem Pferdegespann der Familie Sperger von Biburg nach Tinning. Am Ortseingang standen den Tinningern mit dem selbsternannten Ersatzbürgermeister Franz Wimmer, Rupert Würnstl, Josef Pscheiden und Volker Smolé die ersten Verhandlungen mit den Maibaumdieben, vertreten durch Konrad Zimmermann und Markus Fröschl, ins Haus. Doch man konnte sich hier erst einmal nur auf die Verpflichtung der beiden Pferde einigen.

In der Ortsmitte unterm Lindenbaum sollte das Spektakel weitergehen. Konrad Schlagberger übernahm die Verhandlungen für die Tinninger, und Bürgermeister Karl Schleid führte das Wort für den SVO. Es folgte ein harter Schlagabtausch. Mehrmals setzen Markus Fröschl und Konrad Zimmermann die große Blattsäge an und ließen zur Drohung die Späne fliegen. Die einen forderten „Weitersägen!“, die anderen „Hört auf!“. Das ganze Dorf war auf den Beinen, folgte gespannt den Verhandlungen und klatschte Beifall, als nach einer halben Stunde der Beschlussvorschlag mit einer Pauschale von 30 Maß Bier, 30 Mittagessen, einer Flasche Hochprozentigem sowie fünf Maß Bier als Zugabe aus dem Geldbeutel Schleids von den anwesenden Fraktionen genehmigt wurde. Das Aufstellen des Baumes war im Preis inbegriffen.

Die Maibaumdiebe machten sich auch gleich ans Werk und hievten ganz ohne der Hilfe eines Kranes das 14 Meter lange Traditionsstangerl in die Höhe. Als um Punkt 11.30 Uhr das Tagewerk geschafft war, erklangen zahlreiche Juchizer und Applaus. Auch die neuen Metalltaferl, die der Bildhauer Hubert Janson aus Nöstlbach bemalt hatte, wurden noch angebracht. Im nahe gelegenen Festzelt ging es anschließend noch recht lustig zu. Hier sorgte „Gehd ned gnau“ für musikalische Unterhaltung. Das von Josef Schmidhuber eigens gedichtete Lied „So a Maibaamfest, des is a Gaudi, so a Maibaamfest, des is a Freid, do feiern junge Leit, do feiern oide, do feiert jeder, dens hoid gfreid!“ dürfte den Anwesenden noch lange in den Ohren klingen.

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