Spaß am Hip-Hop verdirbt nicht mal Corona

Die "Dancing Angels" trainieren trotz der Pandemie fleißig – Im Wohnzimmer über WhatsApp-Anleitung

Oberfeldkirchen. Alle zwei Wochen meldet sich Volker Smole bei seinen "Dancing Angels". Der Trainer hat dann ein WhatsApp-Video für die Mädchen und den Bub in seiner Hip-Hop-Gruppe: "Griaß eich. Seid ihr alle da? Jetzt zeig ich euch langsam die Schrittfolge. Der rechte Fuß geht auf die rechte Seite und die Arme auch. Der linke Fuß geht nach und die Arme gehen nach links. Der linke Fuß geht wieder auseinander, die Arme gehen nach oben und beim vierten Mal mit dem Fuß nur einmal abtippen. Die Arme einmal rum und zur Seite drehen." Trainiert wird nach wie vor fleißig, aber alleine in den Wohnzimmern statt gemeinsam in der Halle.

Auch wenn im Jahr 2020 bei den "Dancing Angels" nichts seinen normalen Gang ging, versucht der engagierte Oberfeldkirchener, ein bisschen Normalität zu vermitteln. Im Sportverein ist Hip-Hop die einzige Abteilung, die nonstop durchgearbeitet hat. Nur eben nicht immer zu den gebuchten Zeiten in der Mehrzweckhalle.

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Gehakt hat es höchstens am Handynetz, nicht am Eifer

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Zu Jahresbeginn war alles noch sehr entspannt. Es wurde trainiert, und es gab einige Auftritte im Fasching. Dann kam die Pandemie, und die Einschränkungen nahmen zu. Um den Virus quasi wegzutanzen, wurde die Choreografie zu Michael Jacksons "Bad" einstudiert. Jeder übte für sich daheim im Wohnzimmer, verbunden nur über WhatsApp-Video.

Zumindest soweit es technisch möglich war. "In Oberfeldkirchen ist die Qualität des Handynetzes schlecht. Immer wieder sind einige unserer Tänzerinnen offline", bedauert Smole. In wenigen Wochen war die vierminütige Choreographie einstudiert. Weil der Lockdown andauerte, entschieden sich Smole und seine Tochter Vanessa, die als Trainerin mithilft, als nächstes eine Schrittfolge zu Pitbulls "Timber" einzustudieren – ebenfalls auf die Ferne.

Froh waren alle, als es nach Ostern wieder in die Halle ging – mit Hygieneauflagen: Beim Tanzen blieb die Maske auf dem Gesicht, der Abstand zueinander wurde größer, und die Spiegel wurden nach dem Training geputzt und desinfiziert.

Endlich konnte das zuvor Einstudierte miteinander getanzt werden. "Erstaunlicherweise waren alle synchron" , freut sich der Trainer. Bei den Treffen wurde Gas gegeben. Vanessa Smole hatte alle Hände voll zu tun, um weitere Lieder auszusuchen und sich die Videos dazu anzusehen. "Wir wandeln dann aber alles mit unseren eigenen Kombinationen ab," erklärt die 15-Jährige.

Die Zeit verging, doch die Pandemie legte sich nicht. Im Gegenteil. Doch die Hip-Hopper infizierten sich nur mit dem "Jerusalema"-Virus von Master KG. "Wir wollten vorbereitet sein, falls uns wer zum Flashmob auffordert. Gerne hätten wir in Trostberg getanzt", so Volker Smole. Ihr Können gezeigt, hätten die Hip-Hopper im Sommer auch beim runden Geburtstag von SVO-Vorsitzendem Konrad Grundl. Doch dazu kam es nicht. "Die Beschränkungen nahmen wieder zu und machten uns einen Strich durch die Rechnung", erinnert sich Smole. "Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben", verspricht er.

Erneut musste die Mehrzweckhalle geschlossen werden. Erneut hielt es die "Dancing Angels" nicht vom Weitermachen ab. Für die Vorweihnachtszeit suchte Vanessa für die Onlinetrainings Mariah Careys "All I want for Christmas" aus.

"Die letzte Choreografie, die wir kurz vor Weihnachten begonnen haben, ist die Schwierigste, weil sie viel schneller ist als die vorangegangenen", berichtet die Co-Trainerin. Angelehnt an den amerikanischen Actionfilm und die Pandemie, die rasend schnell um sich greift, musste es "Tokyo Drift" von "The Fast and the Furios" sein.

Auch Sophia Würnstl hat sich von Corona nicht die Begeisterung am Hip-Hop-Tanz verderben lassen. Die 13-Jährige ist schon fast fünf Jahre bei den "Dancing Angels". Als offiziell kein Sport möglich war, entschieden sich Simon Würnstl (9) und die sieben Mädchen zum weitermachen. "Die Anleitungen vom Volker waren super verständlich. Er hat uns jeden Mittwoch einen Teil der Choreografie geschickt und am Samstag, beim gemeinsamen Chat, wurden weitere Schritte hinzugefügt", berichtet Sophia. "Dann stehen entweder der Volker oder die Vanessa, manchmal auch beide vor ihrer Kamera", erzählt sie.

Künftig auch die "Little Angels" für Kinder ab vier

"Der Fasching 2021 steht nicht nur in Oberfeldkirchen ordentlich auf der Kippe – und damit die nächsten geplanten Auftritte. Aber wir machen trotzdem weiter", ermutigt Volker Smole. "Es wird die Zeit kommen, wo wir alle unsere Choreos aufführen können", ist sich der Jugendleiter sicher. Für diese Auftritte haben sich die "Dancing Angels" schonmal als Maskottchen einen Plüschbär zugelegt, der Glück bringen soll. Jetzt brauchen nur noch die Kids neue Dressen, um bei den geplanten Auftritten nicht nur mit Schritten zu glänzen.

Sobald man wieder in der Halle trainieren kann, soll sogar eine neue Hip-Hop Gruppe dazukommen. Bei den "Little Angels" will Elli Maier Kinder von vier bis acht Jahren trainieren. Wer Lust am Tanzen hat und die "Dancing Angels" nach dem Lockdown verstärken möchte, kann sich bei Volker und Vanessa Smole melden, Tel. 08621/5397, melden.

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